1699 - 1712 Hans-Adam
I. (geboren 1657, gestorben 1712) nahm erfolgreich die
Reorganisation der fürstlichen Verwaltung und die Sanierung der Familienfinanzen vor. 1687 wurde er
zum Geheimen Rat ernannt, 1693 erhielt er den Orden vom Goldenen Vlies. Seine finanzpolitischen
Fähigkeiten stellte er auch in den Dienst des Kaiserhauses. Ein Projekt zur Rationalisierung der Kameralverwaltung
1699 scheiterte allerdings am zähen Widerstand der Beamtenschaft. Auch die Gründung der Wiener Girobank,
als deren Präsident Hans-Adam I. 1703 bis 1705 fungierte, blieb ohne den erwarteten Erfolg. 1707
reiste der Fürst als kaiserlicher Kommissär zum ungarischen Landtag nach Pressburg. Weitreichende
Konsequenzen für die Familie hatte die Erwerbung der Herrschaften Schellenberg und Vaduz 1699 bzw. 1712.
Damit kamen die Fürsten erstmals zu immediatem Landbesitz und näherten sich dem nahezu hundert Jahre
lang verfolgten Ziel, Zutritt zum Reichsfürstenrat zu erlangen. Fürst
Hans-Adam I. galt
als einer der grosszügigsten Kunstsammler und Mäzene seiner Zeit. Durch den Ankauf hochwertiger Gemälde
und Plastiken trug er wesentlich zum Ansehen der Fürstlichen Sammlungen bei. Von bleibender Bedeutung
war auch die Bautätigkeit des Fürsten, die in der Errichtung der beiden prunkvollen Wiener Paläste,
des Majoratspalais und des Gartenpalais gipfelte. |