1712 - 1718, 1732 - 1745 und 1748 - 1772
Josef Wenzel (geboren 1696, gestorben 1772) verfügte in hohem Mass
über jene Vielfalt an Talenten, die für einen Aristokraten barocker Prägung kennzeichnend war. Er verband
die Qualitäten eines Hofmanns mit politischem Geschick und zeigte eine starke Begabung für Kriegstaktik
und Organisation. 1716 bis 1718 kämpfte er, zuletzt im Rang eines Oberstleutnants, gegen
die Türken, im Verlauf des Polnischen Erbfolgekriegs brachte er es dann zum Feldmarschallleutnant. In
den Jahren 1735 bis 1740 übernahm Josef Wenzel diplomatische Missionen und vertrat den Kaiser als Gesandter
bzw. Botschafter in Berlin und Paris.
1739 wurde der mit dem Goldenen Vlies ausgezeichnete Fürst zum
General der Kavallerie ernannt, erhielt 1744 in Ansehung seiner Fähigkeiten das Generaldirektorium über
die Artillerie und 1745 schliesslich das Oberkommando der österreichischen Armee in Italien. Einen Platz
in der Militärgeschichte sicherte sich Josef Wenzel vor allem durch die effiziente technische und personelle
Reorganisation der österreichischen Artillerie, die er zum schlagkräftigen Instrument des kaiserlichen
Heeres machte.
Als Zeichen grösster Wertschätzung wurde er Anfang 1760 vom Kaiser
mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, die Braut Erzherzog Josephs aus Parma heimzuholen, 1764 trat er
ein letztes Mal glanzvoll als „Prinzipalkommissar” bei der Kaiserwahl und Krönung Josephs II. in Frankfurt
auf und erhielt daraufhin das Grosskreuz des ungarischen Stephansordens.
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