Das Liechtensteinische Fürstenhaus zählt zu den ältesten Adelsfamilien
Europas.
Um 1136 wird mit Hugo von Liechtenstein erstmals ein Träger dieses Namens erwähnt. Er
nannte sich nach der Burg Liechtenstein südlich von Wien. In der Umgebung der Stammburg und an der Nordost-Grenze
Niederösterreichs hatten die frühen Liechtenstein Grundbesitz. Die ununterbrochene Ahnenreihe der Liechtensteiner
begann mit Heinrich I. (gestorben 1265/66) von Liechtenstein, der die Herrschaft Nikolsburg in Südmähren
als freies Eigentum erhielt. Die Erwerbung war von grosser politischer Bedeutung, weil die Familie hiedurch
namhaften Besitz im Gebiet der Wenzelkrone erhielt. Die Bedeutung dieses Besitzes sollte
sich 1394 erweisen, als Johann I. von Liechtenstein, der während fast 30 Jahren als Hofmeister die Regierungsgeschäfte
des Habsburger Herzogs Albrecht III. geführt hatte, ein Opfer der machtpolitischen Bestrebungen der
Habsburger wurde und in Ungnade fiel. Er wurde gemeinsam mit seiner Familie gezwungen, auf einen Teil
der Besitztümer der Familie zu verzichten, vor allem auf jene südlich der Donau. In den folgenden Jahrzehnten
bemühte sich die Familie, den niederösterreichischen Besitz durch Neuerwerbungen zu festigen, auch
wurde besonders das südmährische Dominium weiter ausgebaut. Im
13. Jahrhundert teilte sich die Familie in die Liechtensteinische, die Rohrauer und die Petroneller
Linie. Die beiden letztgenannten Linien starben aber schon in der nächsten Generation aus. Viel wertvoller
Familienbesitz ging dadurch verloren. Eine weitere Teilung gab es anfangs des 16. Jahrhunderts, als
sich mit dem Familienvertrag von 1504 eine Steyregger, eine Feldsberger und eine Nikolsburger Linie
bildeten. Nur die Feldsberger überlebte. Diesmal sorgten aber wohldurchdachte Familiengesetze dafür,
dass der Besitz aussterbender Linien an die überlebende Linie überging. Um
die Wende des 16. zum 17. Jahrhunderts waren es die drei Brüder Karl, Maximilian und Gundaker, die eine
neue Periode der Familiengeschichte einleiteten. Sie konvertierten zum katholischen Glauben. Karl erhielt
1606 den grossen Pfalzgrafenbrief, 1608 die erbliche Fürstenwürde. Seine Brüder wurden 1623 in den erblichen
Reichsfürstenstand erhoben. Den drei Brüdern Karl
, Maximilian
und Gundaker gelang es, den liechtensteinischen Besitz um ein Mehrfaches zu vergrössern. Sie schlossen
1606 einen neuen Familienvertrag, der unter anderem vorschreibt, dass jeweils der Erstgeborene der ältesten
Linie Anrecht auf die erblichen Titel hat und als Regent des Hauses das Geschlecht nach aussen vertritt. Die
Bestimmungen dieses Vertrags sowie weitere Bestimmungen wurden 1993 im neuen Hausgesetz zusammengefasst,
das die Grundlage für das in Liechtenstein gültige Thronfolgerecht bildet. In den kritischen Stunden
der Geschichte zu Beginn des 17. Jahrhunderts stand das Haus Liechtenstein zu den Habsburgern. Durch
das Eingreifen der Brüder Karl und Maximilian konnte 1620 der entscheidende Sieg über die böhmischen
Rebellen errungen werden. Seit der Erlangung der Reichsfürstenwürde
war es das Bestreben des Hauses Liechtenstein, ein reichsunmittelbares Territorium zu erwerben. Es dauerte
aber fast hundert Jahre, bis sich dem Enkel Karls, Fürst Hans-Adam I.
(1657-1712), die Gelegenheit bot, 1699 und 1712 die Besitzungen Schellenberg und Vaduz zu kaufen. Mit
kaiserlichem Diplom vom 23. Januar 1719 wurden die beiden Gebiete vereinigt und zum Reichsfürstentum
Liechtenstein erhoben. Nach dem Aussterben der Linie des Fürsten Karl wurde im Jahre 1712 Anton
Florian , ein Nachkomme Gundakers, regierender Fürst. Während
im 18. Jahrhundert das Land noch eher am Rande des Interesses lag – die Familie residierte damals noch
in Feldsberg (heute Tschechien) und Wien -, rückte es nach Erlangung der Souveränität 1806 immer mehr
in den Mittelpunkt und wurde im 20. Jahrhundert Sitz der Fürsten. Fürst Franz Josef
II.
(1906-1989) verlegte 1938 seinen ständigen Wohnsitz nach Vaduz. Alle heute lebenden
Familienmitglieder stammen von Fürst Johann I.
(1760-1836)
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 Der Geometer und Kartograf Johann Jacob Heber (1667-1725) zeichnete 1721 die erste Karte Liechtensteins (zum Vergrössern: Bild klicken)
 Kaufvertrag der Herrschaft Schellenberg
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