Weit stärker bedroht als die Bewohner der mittleren und höheren Lagen ist die Tierwelt der Feuchtgebiete in Liechtensteins Talniederungen. Um die letzten Reste dieser Riedflächen zu erhalten, verfügte die Regierung den Schutz zweier grösserer Feuchtflächen: Schwabbrünnen mit 50 Hektaren und das Ruggeller Riet mit insgesamt 96 Hektaren. Feuchtwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen, entsprechend vielfältig ist auch ihre Tierwelt.
Im Ruggeller Riet beispielsweise wurden 408 Käferarten gefunden, was 7 Prozent der schweizerischen und 5 Prozent der mitteleuropäischen Käferfauna entspricht. Aber auch 82 Spinnenarten sind belegt, darunter 5 Arten, die im zentralen Mitteleuropa bisher nur an einzelnen Orten bekannt sind. Besondere Bedeutung hat das Ruggeller Riet auch für die Vogelwelt. Neben rund 30 weiteren Brutvogelarten kommen vor: der weltweit bedrohte Wachtelkönig, die Wachtel, das Braunkehlchen, die Grauammer und der Feldschwirl. All diese Zahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass verschiedene für Feuchtgebiete typische Arten in Liechtenstein in den letzten 20 Jahren ausgestorben sind, wie zum Beispiel der Grosse Brachvogel oder die Bekassine als Brutvögel.
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 Blick auf das Naturschutzgebiet
Ruggeller Riet
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