Sorgfältig, zuverlässig und kreativ zählen «Schatzmann», «Sonnenhof»,
«Torkel» «Real» und «Leonardo» zusammen 79 Gault-Millau-Punkte. Jedes der fünf Spitzenrestaurants spiegelt
Qualität und Stil des Chefs wider. Starkoch mag Klaus
Schatzmann nicht sein. Auch nach 20 Jahren und mit 17 Gault-Millau-Punkten sowie einen Guide Michelin
Stern nicht. Der Chef im Hotel Schatzmann in Triesen tüftelt lieber in der Küche neue Finessen aus.
«Kochen ist ein sinnlicher Beruf, bei dem Kreativität eine ungeheure Eigendynamik entwickelt», erklärt
der Autodidakt. Klassiker und Verrücktes Wer
so anspruchsvoll kocht, hat viele Stammgäste, muss aber zugleich für Innovationen offen sein. Mancher
Gast kommt eigens wegen seiner Fische mit Champagnersauce. Zu den Klassikern setzt Klaus Schatzmann
seit einer Weile auch «Verrücktheiten der Woche» auf die Karte: Das schwarze Schweinchen aus der Gascogne
und das Mistkratzerli von einem Tessiner Bauernhof sind Produkte von höchster Qualität und kosten beim
Händler bis zum Fünffachen des Normalpreises. «Die höchste Qualität auf dem Teller und im Glas» ist
die Philosophie einer präzisen Küche, die sich aufs Wesentliche konzentriert. Zum Spitzenrestaurant
mit alter Landhausstube, Wintergarten und Garten gehört ein 4-Sterne-Hotel mit 29 Zimmern. Fantasie
und wirtschaftliches Denken verbinden sich. Gefühl
ist nicht kopierbar Die Kombination aus Hotel und Restaurant
bringt dem «Park-Hotel Sonnenhof in Vaduz gleich zweifach Auszeichnungen. Für seine Stilsicherheit in
der Küche erhielt der Spitzenkoch Hubertus Real 16 Punkte und liebäugelt schon mit dem siebzehnten.
Zugleich zählt der Gault-Millau 2005 das 4-Sterne-Superior-Hotel zu den 80 besten Hotels für Gourmets
in der Schweiz und Liechtenstein. Jedes der 29 Zimmer ist eine eigene Erlebniswelt für alle Sinne. Das
vornehm gemütliche Ferien- und Business-Hotel im Park mit traumhaftem Blick über Vaduz, das Rheintal,
auf Hohen Kasten und Säntis passt sich dem Markt, der Zeit und ihren Menschen an. So mixed der Meeting-Raum
im Sonnenhof Funktion mit Ferienstimmung und Gourmet-Erlebnis. Nicht
nur inspiriert der Zitronen-Ingwer-Duft die Konzentration. Nicht nur ist die Technik auf Top-Niveau
über ein Touch-Panel zu bedienen oder lässt sich der Sitzungstisch zum Stehungs-Tisch hochkurbeln. «Das
Gefühl in kleinen Familienbetrieben für die Gäste, Dienstleistung und Service sind nicht kopierbar»,
gibt sich Hubertus Real überzeugt. Er geht als Hotelier mit Menschen so talentiert unkompliziert um
– wie mit der Finesse und Eleganz der guten Küche. Der Steinbutt mit Pfifferlingen und Oregano-Öl ist
pur und perfekt authentisch. «Die Küche ist heute einfacher, feiner und eleganter, so wie die grossen
Weine aus dem Bordeaux einfach, weil sortentypisch sind,» sagt der Spross aus der berühmten Vaduzer
Real-Dynastie. Wie bei Muttern Zuhause Ein
erfahrener Könner, der seit 20 Jahren im Restaurant Torkel Mut zum Experiment zeigt, ist Rolf Berger.
Mit 16 Gault-Millau-Punkten ist er eine der besten Adressen der Region. Zudem hat der Chef den Trend
der regionalen Küche entdeckt, «Wir sind ein Business-Restaurant, die Betriebskantine der Banker und
Treuhänder, und unsere Gäste freuen sich, wenn sie wie bei Muttern Zuhause Gehacktes mit Hörnli essen
können oder eine gute Rösti», ist Rolf Berger mit dem überraschenden Erfolg des Experiments zufrieden.
Weil Gäste in der Spitzengastronomie mehr und mehr das Erlebnis suchen, hat sich der «Torkel»als weiteres
Erfolgsrezept First-Class-Events ausgedacht: Buffets auf der vermutlich schönsten Terrasse Liechtensteins,
Spargel-Festivals, Champagner-Nächte zu Life-Musik und Bankette unter dem Dach der Gartenterrasse. Das
Restaurant inmitten des fürstlichen «Herawingert» gehört zur Fürst von Liechtenstein Stiftung. Rolf
Berger ist bekannt für seine kreative Süsswasserfisch-Küche. Dafür erhielt er nun den «Goldenen Fisch»
und gehört damit auch offiziell zu den besten Fischköchen der Schweiz. Viele der Zutaten kauft der Chef
selbst bei den Bauern im Rheintal ein. Zander, Forelle, Felchen holt er aus Schweizer Seen und backt
sie ohne Fett auf der so genannten Gridelplatte. Leicht und wie hingehaucht, jedoch im Ofen gebacken,
ist auch sein Saiblingfilet auf Tomatenscheiben mit Basilikumsauce. Doch selbst bei Champagner und Hummer
fühlt man sich im Torkel wie «bei Muttern Zuhause». Pionier
der Spitzenküche Eine Adresse in Vaduz hat die Küche
der Finesse in Liechtenstein vor fast 50 Jahren begründet: Im «Real» hat der Meisterkoch der leichten
klassisch französischen Küche, Felix Real, Feinschmecker aus aller Welt mit Eigen-Kreationen überrascht.
Vom Scheitel bis zur Sohle Gastgeber, empfängt der 85Jährige jeden Gast immer noch selbst, auch wenn
inzwischen Tochter Maria Real Lapp das 15 Gault-Millau-Punkte-Restaurant mit 4-Sterne-Hotel leitet.
Und immer noch kontrolliert der Pionier der liechtensteinischen Gastronomie jeden Teller, der aus der
Küche kommt. Kochen hat Felix Real in Paris gelernt,
im legendären «Chez Maxims» bei Monsieur Barth, damals einem der grössten Köche Frankreichs. Für seinen
Hummer an leichter Champagnersauce ist der Altmeister berühmt. Für seine Klassiker stellt er sich gern
auch noch selbst in die Küche: innen schön rosa müsse der Lammrücken, gefüllt mit Champignons und Gänseleberwürfeln
sein. Eine der grossen Lieben, die Felix Real in Paris entdeckte, war auch der Wein. Der exzellente
Weinkenner pflegt in seinem «Petrus-Keller» Raritäten aus den besten Anbaugebieten, darunter den ersten
Gewürztraminer Liechtensteins. Und er gilt als Pionier des Weissweinanbaus in Liechtenstein. Kompromisse
hat der Altmeister nie gemacht, stets sorgfältig und gewissenhaft gearbeitet. Eine
starke Frau Eigentlich tüftelt sie lieber neue Finessen
in der Küche aus, als sich mit Punkten, Sternen oder Kochmützen zu befassen. Zur Gourmet-Szene Liechtenstein
gehört mit der Köchin Gabriella Cecchellero eine starke Frau, die alles nur nicht 15 Gault-Millau-Punkte
wollte. Früher hat sie im Kurbad Bad Ragaz für ein nobles Fünfstern-Publikum gekocht, jetzt will sie
im «Leonardo» in Balzers eine breitere Clientèle ansprechen. Die Küche der Chefin ist ein Magnet für
Freunde der italienischen Küche, die Gabrielle Cecchellero mit einem Schuss klassischer und französisch
inspirierter Küche verbindet. Auch der Weinkeller ist ein Schlaraffenland und bietet fast alles, was
Italiens Weinberge an Spitzengewächsen zu bieten haben.
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