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Standortbedingungen 

In einer zunehmend international verknüpften und global dependenten Ökonomie befindet sich die Wirtschaftspolitik des kleinen Landes Liechtenstein in einer besonderen Situation. Da die eigenen Einflussmöglichkeiten verbleichsweise gering sind, müssen die allgemeinen Bedingungen für geschäftliche Tätigkeit stabil und vorteilhaft sein. Neben politischer Kontinuität erfordert dies eine berechenbare Rechts- und Sozialordnung sowie generell eine liberale Wirtschaftsordnung. Dies ist auch bedingt durch den kleinen staatlichen Apparat. Es werden darum Staatseingriffe in die Wirtschaftsabläufe gering gehalten. Eine solide Finanzpolitik der öffentlichen Haushalte, kurze Verwaltungswege und allgemein ein Geringhalten der Bürokratie werden abgestützt durch eine zurückhaltende Steuergesetzgebung.

Die vorteilhaften Standortfaktoren für den Finanzdienstleistungssektor bewirken eine grosse Kapitalkraft mit einem tiefen Zinsniveau. Dies trägt zu den günstigen Investitionsbedingungen bei. Die Bankkunden sind durch das gesetzlich verankerte Bankgeheimnis oder eigentlich Bankkundengeheimnis in ihren privaten Vermögensangelegenheiten rechtlich abgesichert. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch die Verwendung des Schweizerfrankens aufgrund der Währungsunion mit der Schweiz.

Die hoch entwickelte liechtensteinische Volkswirtschaft mit einer starken Exportindustrie, leistungsfähigen Finanzunternehmen und einer breiten Palette kleiner und mittlerer Unternehmen, insbesondere in diversen Gewerbebranchen, erfordert bestens ausgebildetes Personal. Die Bildungsinstitutionen befinden sich auf hohem Niveau. Das Pensionsalter ist vergleichsweise hoch und die Arbeitszeiten sind länger als in anderen europäischen Staaten. Bei einem hohen Lohnniveau ist auch der Leistungswille der Arbeitskräfte entsprechend. Die Zusammenarbeit im Rahmen der Sozialpartnerschaft findet auf einer kooperativen Basis statt.

Das Kernziel lautet, die Wettbewerbskraft der Unternehmen zu stärken und den Einsatz unternehmerischer Menschen lohnend zu machen.

Von wesentlicher Bedeutung ist schliesslich die Integration in den Europäischen Wirtschaftsraum über das EWR-Abkommen sowie in die globale Wirtschaft über die Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO, nicht zu vergessen aber auch die traditionelle Einbindung in den Wirtschafts- und Währungsraum der Schweiz.

Auch jene Faktoren, die an und für sich als Standortnachteile angesehen werden können, wirken letztlich auf eine Stärkung der Wirtschaftskraft. Das Fehlen eigener Rohstoffe hat zwar die Anfänge der industriellen Entwicklung verzögert, bedeutet heute in hoch entwickelten Volkswirtschaften aber eher einen Strukturvorteil. Der begrenzte Arbeitsmarkt hat das Lohnniveau angehoben und sorgt für rationellen Arbeitseinsatz und niedrige Arbeitslosenraten. Das geringe internationale Gewicht und die starke Auslandsabhängigkeit machen es erforderlich, sich auf die eigene Marktleistung abstützen zu können, in staatlicher Hinsicht aber auch auf internationale Rechtsordnungen, welche objektive Kriterien als Massstab nehmen und nicht Macht und Grösse. Das Fehlen jeglicher staatlicher Wirtschafts- oder Exportförderung macht den Unternehmern bewusst, dass sie sich allein am Markt zu bewähren haben.

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Liechtensteins Standort- und Dienstleistungsqualität machen den Finanzdienstleistungssektor für vermögende Kunden attraktiv
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