17.04.2014

Ministerpräsident Beck sagt Liechtenstein-Reise ab

Der Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz, SPD-Mann Kurt Beck, hat eine Reise nach Liechtenstein und die Teilnahme an einem Wirtschaftsforum abgesagt. Offiziell werden gesundheitliche Gründe genannt. Tatsächlich polarisiert Beck.

Kurt Beck war mit Swisscom-Chef Carsten Schloter als Referent angesagt am Wirtschaftsforum am Montag im Vaduzersaal im Liechtensteiner Hauptort Vaduz. Doch Beck reist nicht nach Liechtenstein, wie die Staatskanzlei von Rheinland-Pfalz am Mittwoch dem Online-Portal "volksblatt.li" erklärte.

Becks Pressereferent Michael Maurer erwähnte gegenüber dem Online-Portal ausserdem einen am Samstag in der Tageszeitung "Liechtensteiner Vaterland" erschienenen Artikel. Nach dessen Lektüre soll das Sicherheitsteam dem Ministerpräsidenten von einem Auftritt im Fürstentum abgeraten haben. Persönliche Angriffe werden befürchtet.

Daniel Quaderer, Verlagsleiter des Vaduzer Medienhauses und Organisator des Forums, bestätigte die Absage Becks. Ihm sei von der Staatskanzlei beschieden worden, dass Beck aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Vaduz komme. Beck wolle die Reisestrapazen wegen der angeschlagenen Gesundheit nicht auf sich nehmen.

Scharfer Liechtenstein-Kritiker

Ministerpräsident Beck gehörte vor vier Jahren im Zusammenhang mit dem Steuerskandal um den ehemaligen deutschen Postchef Klaus Zumwinkel zu den schärfsten Kritikern Liechtensteins. Der SPD-Politiker forderte, das "moderne Raubrittertum" müsse unterbunden werden.

Im Fürstentum ist Becks damalige Kritik offenbar nicht vergessen. Verlagsleiter Quaderer, in dessen Hauszeitung der kritische Beitrag über Beck erschien, bestätigte, dass noch nie im Vorfeld eines Wirtschaftsforums ein Referent für solch kontroverse Diskussionen gesorgt habe.

Quaderer bedauert die Absage: Becks Teilnahme am Wirtschaftsforum wäre laut dem Verlagschef eine wunderbare Chance gewesen, dem Ministerpräsidenten gleichzeitig Land und Leute zu zeigen.

Gezeigt worden wären Beck gemäss Quaderer überdies die Anstrengungen Liechtensteins, den Finanzplatz mit der so genannten Weissgeld-Strategie zeitgemäss zu positionieren. Quaderer will dem Publikum nun Ersatz für Beck bieten. Entsprechende Verhandlungen laufen.

Quelle: Schweizerische Depeschenagentur AG